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= bürgerschaftliches Engagement
= unternehmerisches Engagement
Das EU-Parlament und der Europäische Rat haben das Jahr 2012 zum »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen« ausgerufen. Damit soll eine generationsübergreifende Kultur des aktiven Alterns gefördert werden. Das Jahr soll weiterhin dazu beitragen, die Herausforderungen des demographischen Wandels zu meistern und seine Chancen sinnvoll zu nutzen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als nationale Koordinationsstelle lädt interessierte Initiativen, Gruppen und Engagierte zur Mitarbeit ein.
Das Umweltschutzprojekt »Obstwiesenschutz« des NABU Münster ist von den Besucherinnen und Besuchern des Portals www.engagiert-in-nrw.de zum Engagement des Jahres 2011 gewählt worden. Auf den zweiten Platz hat es die Initiative »ESSEN.aktiv« der Stadt Essen geschafft. Im Rahmen von ESSEN.aktiv werden Auszubildende der Stadt für 24 Stunden freigestellt, um sich freiwillig zu engagieren. Drittplatziert wurde das »Rollfietsprojekt«. Engagierte Rentner und andere Freiwillige aus Ramsdorf konstruieren hier behindertengerechte Fahrräder. So haben auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit, an Fahrradausflügen teilzunehmen. Dem Publikumsvotum gestellt hatten sich insgesamt zwölf Initiativen, Organisationen und Unternehmen aus NRW, die im vergangenen Jahr mit ihren Projekten als »Engagement des Monats« vorgestellt wurden.
Die WIE - Wirtschaft. Initiative. Engagement, eine Gruppe von 19 Wirtschaftsunternehmen, und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) werden in den Themenfeldern »Corporate Volunteering« und »Wirkungsmessung von gesellschaftlichem Engagement« projektbezogen zusammenarbeiten. Dies gaben beide Seiten Anfang Januar 2012 in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.
Immer mehr erwerbstätige Menschen betätigen sich neben ihrem Beruf in einem Ehrenamt. Ihre Zahl ist in Deutschland innerhalb von zwölf Jahren von 18 Prozent im Jahr 1999 auf heute 28 Prozent gestiegen. Das ist ein Ergebnis der Studie »Erwerbsarbeit und Ehrenamt in der Bundesrepublik Deutschland und in Nordrhein-Westfalen«, die im Auftrag des NRW-Sozialministeriums von der Sozialforschungsstelle der Technischen Universität Dortmund durchgeführt wurde.
Bürgerinnen und Bürger in NRW haben es künftig leichter, unmittelbar an der politischen Willensbildung mitzuwirken: Der nordrhein-westfälische Landtag hat beschlossen, die Hürden für kommunale Bürgerbegehren und Bürgerentscheide zu senken. »Eine lebendige Demokratie lebt von aktiven Mitwirkungsmöglichkeiten. Sie bieten die Chance, aus Betroffenen Beteiligte zu machen«, betonte Kommunalminister Ralf Jäger in Düsseldorf.
Stellvertretend für alle in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger hat Justizminister Thomas Kutschaty vierundzwanzig Frauen und Männer ausgezeichnet. In Nordrhein-Westfalen sind rund 20.000 ehrenamtliche Richterinnen und Richter aktiv. Von den über 300.000 geführten rechtlichen Betreuungen wird ein Großteil von Freiwilligen übernommen. Mehr als 2.000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich im direkten Kontakt mit Gefangenen – in Form von Besuchsdiensten, gemeinsamen Aktivitäten wie Kochabenden und anderen Projekten.
Aus mehr als 600 eingereichten Bewerbungen hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Abstimmung mit den Bundesländern insgesamt 450 Mehrgenerationenhäuser für das neue Bundesprogramm ausgewählt. 58 davon stammen aus Nordrhein-Westfalen. Sie erhalten einen jährlichen Zuschuss von 40.000 Euro. Aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) werden davon pro Haus 30.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die weiteren 10.000 Euro übernehmen Kommune oder Land. Die Förderdauer beträgt drei Jahre.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger, freiwillig Engagierte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Vereinen und Politik waren eingeladen, am Sonntag, 4. Dezember 2011 an der Fachkonferenz »Brücken bauen – Gemeinschaft zusammen gestalten« in Düsseldorf teilzunehmen. Zum Ende des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit richtete die Konferenz den Blick auf gesellschaftliche Veränderungen und die Bedeutung und Rolle freiwilligen Engagements in diesem Zusammenhang. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, sich in verschiedenen Themenforen und am Theaterworkshop aktiv zu beteiligen.
Innenminister Ralf Jäger zeichnete im November zehn Arbeitgeber aus Nordrhein-Westfalen mit der Förderplakette »Ehrenamt in Feuerwehr und Katastrophenschutz« aus. »Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind die tragenden Säulen des Katastrophenschutzes und der freiwilligen Feuerwehren in NRW. Ohne aktive Unterstützung durch vorbildliche Arbeitgeber gäbe es viel weniger ehrenamtliches Engagement in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr«, unterstrich Jäger bei der Ehrung in Düsseldorf. Die ausgezeichneten Unternehmen kommen aus Bad Honnef, Essen, Kranenburg, Löhne, Münster, Plettenberg, Troisdorf, Warendorf, Werl und Witten.
Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Ausübung einer freiwilligen Tätigkeit ist Ziel der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung unterstützt vor diesem Hintergrund das Bürgerschaftliche Engagement z.B. mit der landesweiten Ehrenamtskarte, dem Engagementnachweis oder dem Versicherungsschutz für Ehrenamtliche. Nun sollen die Kommunen Unterstützung bei der systematischen Entwicklung von Engagementstrategien erfahren. Mit der Initiative »Zukunftsfaktor Bürgerengagement« unterstützt das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in einer ersten Pilotphase insgesamt neun Kommunen und einen Kreis dabei, die Engagementförderung vor Ort zu intensivieren. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens wurden Bonn, Burbach, Emsdetten, Hemer, Kamp-Lintfort, Lemgo, Mönchengladbach, Oberhausen und Solingen sowie der Kreis Lippe ausgewählt.
Alle am Schulleben Beteiligten waren am 25. November 2011 zu einem »Demokratietag« in der Karlschule in Hamm eingeladen. Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern konnten sich informieren, wie Demokratie in der Schule gelernt und gelebt werden kann. Der erste Demokratietag in Nordrhein-Westfalen stand unter dem Motto »Demokratie in der Schule – Schule in der Demokratie«. In Vorträgen aus Wissenschaft und Schulpraxis sowie in Workshops wurden Fragen des Stellenwerts der demokratischen Erziehung für Schule und Gesellschaft ebenso thematisiert wie konkrete Beispiele erfolgreicher Demokratiepädagogik.
Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, hat als Ehrengast am »Freundschaftsmahl St. Martin« der Wirtschaftsvereinigung Bauindustrie e.V. Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Traditionell tragen die Mitglieder des Verbandes jedes Jahr über einzelne Spenden einen Geldbetrag zusammen, den der Ehrengast nach eigenem Ermessen für gute Zwecke einsetzen kann. In diesem Jahr sind insgesamt 40.000 Euro zusammen gekommen. Diesen Betrag wird Ministerpräsidentin Kraft dem bürgerschaftlichen Engagement in Nordrhein-Westfalen zukommen lassen.
Der diesjährige Bundesweite Vorlesetag fand am 18. November mit einer Rekordbeteiligung von 12 000 Aktionen statt. Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, las an diesem Tag für Andere – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Jeder Ort und jede Situation waren denkbar.
Mehr Transparenz, Verantwortungsgefühl und Engagement sind Voraussetzungen für die Neubelebung der Demokratie: so lautet ein Fazit des Bonner Zukunftsforums Föderalismus 2011, auf dem die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen und derzeitige Bundesratspräsidentin Hannelore Kraft zusammen mit über 40 Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien neue Formen der Bürgerbeteiligung diskutierte.
Im Rahmen der Fachveranstaltung »Perspektiven der Partizipation von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte« wurden Mitte Oktober in Köln insgesamt sieben Personen mit Migrationsgeschichte aus Nordrhein-Westfalen für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Urkunden wurden von Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, überreicht. Die ausgezeichneten Männer und Frauen aus Bochum, Gütersloh, Herdecke, Köln, Leverkusen, Moers und Siegen seien beispielgebend für die gesellschaftliche Partizipation von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
50 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen werden offiziell in das START-Stipendienprogramm für engagierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen. Das Stipendium hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten zeichnen sich durch gute schulische Leistungen und soziales Engagement aus. Die START-Stiftung, ein Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, vergibt das Stipendium in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und 30 weiteren Partnern.
Die EU-Kommission möchte ehrenamtliche Tätigkeiten in der EU besser anerkennen und fördern. Vor dem Hintergrund des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit schlägt sie deshalb in einer aktuellen Mitteilung einen Europäischen Qualifikationspass vor, mit dem die grenzübergreifende Anerkennung beruflicher Qualifikationen gewährleistet werden soll und Einzelpersonen die Möglichkeit erhalten, ihre bei einer Freiwilligentätigkeit erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen nachzuweisen.
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