Herausforderungen wie die Auswirkungen des demografischen Wandels, wachsende soziale Disparitäten u.ä. verlangen von Städten, Kreisen und Gemeinden neue kreative Lösungsansätze. In diesem Kontext gewinnt auch das bürgerschaftliche Engagement zunehmend an Bedeutung. Die Zukunftsfähigkeit der Kommunen, Erhalt und Erweiterung ihrer Handlungs- und Gestaltungsoptionen wird auch davon abhängen, inwieweit es ihnen gelingt, ihren Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheiten für eine verstärkte Beteiligung - z.B. an Daseinsvorsorge und Stadtentwicklung - zu geben. Obwohl der Nutzen von Bürgerengagement (Stärkung des Zusammenhalts, Steigerung der Lebensqualität, innovative Lösungen u.ä.) erwiesen ist, bleiben auch in Nordrhein-Westfalen viele Potenziale von Bürgerinnen und Bürgern ungenutzt.
Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Ausübung einer freiwilligen Tätigkeit ist Ziel der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung unterstützt vor diesem Hintergrund das Bürgerschaftliche Engagement z.B. mit der landesweiten Ehrenamtskarte, dem Engagementnachweis oder dem Versicherungsschutz für Ehrenamtliche. Nun sollen die Kommunen Unterstützung bei der systematischen Entwicklung von Engagementstrategien erfahren. Mit der Initiative »Zukunftsfaktor Bürgerengagement« unterstützt das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in einer ersten Pilotphase insgesamt neun Kommunen und einen Kreis dabei, die Engagementförderung vor Ort zu intensivieren. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens wurden Bonn, Burbach, Emsdetten, Hemer, Kamp-Lintfort, Lemgo, Mönchengladbach, Oberhausen und Solingen sowie der Kreis Lippe ausgewählt.
»Das bürgerschaftliche Engagement ist für das Zusammenleben der Menschen unverzichtbar« so Familienministerin Ute Schäfer. »Zum Einen müssen wir dafür Sorge tragen, dass der Wert eines Ehrenamts stärker in der Öffentlichkeit anerkannt wird, zum anderen aber auch entsprechende Voraussetzungen schaffen, dass mehr Menschen bereit sind, sich für die Gemeinschaft einzusetzen« so Schäfer weiter. »Deshalb möchten wir auch Kommunen darin unterstützen, vor Ort gute Rahmenbedingungen für das bürgerschaftliche Engagement zu schaffen.«
Das vom NRW-Familienministerium geförderte Projekt wird vom Forschungsinstitut Geragogik in Kooperation mit den teilnehmenden Städten, Gemeinden bzw. Kreis durchgeführt und zusätzlich durch externe Fachleute begleitet. Jeweils zwei hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiter/innen pro Stadt/ Kreis bzw. Gemeinde bekommen die Möglichkeit, sich für eine Tätigkeit in der kommunalen Engagementförderung fortzubilden und zu qualifizieren. Das Projekt richtet sich vorrangig an jene Kommunen, die noch am Anfang einer strategischen Engagementförderung stehen und in denen die Verwaltungsspitze diese jetzt »zur Chefsache« macht. Die Beratung und Qualifizierung ist für die ausgewählten Pilotkommunen kostenfrei.
Zur ausführlichen Projektbeschreibung (PDF)
Informationen und Kontakt:
Annette Mörchen (Projektleiterin)
Forschungsinstitut Geragogik
Projektbüro
Roonstr. 21 a
56626 Andernach
Tel.: (0 26 32) 94 74 12
E-Mail: annette.moerchen@t-online.de
http://www.fogera.de/
Ansprechpartnerin im MFKJKS:
Catrin Boss
Referat Bürgerschaftliches Engagement
Tel.: (0211) 837-2338
catrin.boss@mfkjks.nrw.de
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